Verhütung
Pearl-Index
Der Pearl-Index gibt an, wie wirksam ein Verhütungsmittel eine Schwangerschaft verhindert (je niedriger, umso besser). Er drückt aus, wie viele Schwangerschaften auftreten, wenn 100 Frauen ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten.
Der Pearl-Index (2023) für einige wichtige Verhütungsmittel lautet:
Pille: 0,1 – 0,9
Minipille: 0,5 – 3,0
Kondom: 2,0 bis 12,0
Hormonspirale: 0,16
Kupferspirale: 0,3 – 0,8
Hormonimplantat: 0,0 – 0,08
Diaphragma: 1,0 – 20,0
Koitus interruptus: 4,0 – 18,0
Knaus-Ogino- oder Kalender-Methode: 9,0
Pille
Bei vielen „Pillen“ werden mit jeder Pille gleichzeitig Östrogen und Gestagen eingenommen. Dadurch wird im Körper schon innerhalb kurzer Zeit (2-3 Tage) ein gleichmäßiger Hormonspiegel aufgebaut, der die Freisetzung bestimmter Hormone aus der Hirnanhangdrüse und dadurch die Entstehung eines „Eisprungs“ verhindert.
Der „Hormonentzug“ in der pillenfreien Zeit (1 Woche) führt meist zu einer mit der „normalen“ Monatsblutung vergleichbaren Abbruchsblutung, die aber auch ausbleiben oder geringer bzw. kürzer und schwächer als gewohnt ausfallen kann.
Minipillen und reine Gestagenpillen (ohne Östrogene) verhindern Menstruationsblutungen und können auch bei Gerinnungsstörungen verabreicht werden.
Vor der erstmaligen Pilleneinnahme sollte die sogenannte „APC-Resistenz“ im Blut gemessen werden, um die Thromboseneigung zu evaluieren.
Hormon-Spirale
Die Hormon-Spirale (zB. Mirena) ist eine neue, sehr sichere Methode zur Empfängnisverhütung. Die Spirale wird am besten knapp nach der Menstruation eingesetzt und verbleibt dann bis zu 5 Jahre in der Gebärmutter.
Die Besonderheit der Hormonspirale besteht darin, dass eine moderne Kunststoffspirale mit einem Hormondepot versehen ist, aus dem über 5 Jahre gleichmäßig kleinste Mengen eines Hormons (nur Gestagen) freigesetzt werden. Die Hormondosis ist sehr gering, weil das Hormon direkt in der Gebärmutter freigesetzt wird. Durch das Hormon wird der Gebärmutterhals für Spermien unpassierbar, und die Spermien werden zusätzlich in ihrer Funktion eingeschränkt. Darüber hinaus wird der monatliche Aufbau der Gebämutterschleimhaut vermindert und damit die Stärke der Monatsblutungen reduziert.
Spirale
Die Spirale (Intrauterin-Pessar) ist eine mechanische Verhütungsmethode. Sie wird am besten während einer Menstruation eingesetzt und verbleibt zumindest für 5 Jahre in der Gebärmutter. Durch die Kupferanteile der Spirale wird die Beweglichkeit der Spermien herabgesetzt, darüber hinaus bewirkt die Spirale auch eine Veränderung der Gebärmutterschleimhaut, die die Einnistung einer eventuell befruchteten Eizelle verhindert.
Häufig sind die Regelblutungen bei Frauen, die eine Spirale tragen, stärker. Entzündungen im Bereich der Eileiter und der Eierstöcke können bei Frauen, die eine Spirale tragen, etwas häufiger vorkommen.
Sterlilisation
Eine sichere, wenn auch zumeist nicht rückgängig zu machende (irreversible) Methode der Verhütung stellt die Sterilisation dar. Mit einem chirurgischen Eingriff werden dabei entweder die weiblichen Eileiter oder die männlichen Samenleiter durchtrennt. Eine Befruchtung ist nicht mehr möglich. Die Zuverlässigkeit der Methode ist sehr hoch, ihr Nachteil besteht in ihrer Endgültigkeit, weshalb sie nur für Paare geeignet ist, die sich mit Sicherheit keine Kinder mehr wünschen. Der Eingriff am Mann ist risikoärmer (keine Vollnarkose, keine Eröffnung der Bauchhöhle) als an der Frau.
Sterlilisation
Eine sichere, wenn auch zumeist nicht rückgängig zu machende (irreversible) Methode der Verhütung stellt die Sterilisation dar. Mit einem chirurgischen Eingriff werden dabei entweder die weiblichen Eileiter oder die männlichen Samenleiter durchtrennt. Eine Befruchtung ist nicht mehr möglich. Die Zuverlässigkeit der Methode ist sehr hoch, ihr Nachteil besteht in ihrer Endgültigkeit, weshalb sie nur für Paare geeignet ist, die sich mit Sicherheit keine Kinder mehr wünschen. Der Eingriff am Mann ist risikoärmer (keine Vollnarkose, keine Eröffnung der Bauchhöhle) als an der Frau.
3-Monats-Spritze
Als Alternative zu Pillen, die täglich eingenommen werden müssen, steht die sog. „Depotspritze“ zur Verfügung, ein reines Gestagenpräparat (also ohne Östrogene), das als Injektion am 3. bis 5. Zyklustag in die Gesäßmuskulatur verabreicht wird und für bis zu 3 Monate wirkt. Diese lange Wirkdauer hat einerseits den Vorteil, dass sie eine sichere Verhütung ohne die Möglichkeit von Einnahmefehlern (z.B. Vergessen der Pille) bewirkt, andererseits ist nachteilig, dass bei Auftreten von Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen ein schnelles Absetzen nicht möglich ist, sondern bis zum Abklingen der Wirkung gewartet werden muss. Zudem kommt es unter Anwendung anfangs relativ häufig zu Regelstörungen bzw. kann es länger dauern, bis sich der körpereigene Rhytmus nach Absetzen der Spritze wieder einstellt.
Hormon-Implantat
„Implanon“: hier wird ein Hormon-Stäbchen unter die Haut des Oberarms eingepflanzt wird. Dieses Stäbchen muss nach Ablauf von 3 Jahren mit einem kleinen Hautschnitt (unter örtlicher Betäubung) wieder entfernt werden, eine kleine Narbe bleibt zurück. Das verhütende Prinzip ist am ehesten mit der „3-Monats-Spritze“ zu vergleichen. Kommt als Verhütung z.B. für Frauen in Betracht, die eine Pille nicht nehmen dürfen und eine Spirale nicht verwenden können oder wollen.
Diaphragma
Das Diaphragma (auch: Pessar) ist eine elastische Gummikappe von 6 bis 10 cm Durchmesser, welche vom Frauenarzt zum korrekten Sitz angepasst wird. Vor dem Verkehr wird das Diaphragma beiderseits mit einer spermiziden Creme behandelt, in die Scheide eingeführt und vor dem Muttermund fixiert.
Kondom
Der zusätzliche Vorteil von Kondomen liegt darin, dass gleichzeitig die Übertragung von Krankheitserregern (Gonorrhöe, AIDS, etc.) verhindert wird. Nachteil des Kondoms ist, dass es bei fehlerhafter Handhabung beschädigt und somit undicht werden kann. Kondome besitzen eine mittlere Zuverlässigkeit.
Schaum-Ovulum
Das Schaum-Ovulum ist ein chemisches Verhütungsmittel. Es wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und braucht dann einige Minuten, bevor es wirksam werden kann. Das Zäpfchen wirkt spermizid. Als alleiniges Verhütungsmittel ist das Schaum-Ovulum nicht wirklich geeignet, da nur mit einer mittleren Sicherheit zu rechnen ist. Eine fehlerhafte Verwendung vermindert die Sicherheit noch weiter. Es kann bei häufiger Anwendung zu einer leichten, an sich harmlosen Reizung der Schleimhaut kommen.
Zeitwahlmethoden
Ein regelmäßiger Zyklus ist für die Zeitwahl-Methoden von großer Bedeutung. Frauen sind innerhalb eines Zyklus nur an wenigen Tagen fruchtbar, die restliche Zeit können sie nicht schwanger werden. Durch verschiedene Methoden (Messung der Körpertemperatur, Führung eines Zykluskalenders, Beobachtung des Gebärmutterhalssekrets, Messung eines bestimmten Hormons im Harn, neuderdings auch spezielle „Computer“, z.B. „Persona“) wird versucht, den Zeitpunkt des Eisprungs zu erfassen.
Insgesamt zählt man die Zeitwahlmethoden zu den mittelmäßig zuverlässigen Verhütungsmethoden. Für Frauen mit einem unregelmäßigen Zyklus sind diese Methoden nicht zu empfehlen, da die Bestimmung der fruchtbaren Tage sehr ungenau wird.
Pille danach
Einnahme der Tablette so bald wie möglich nach dem ungeschützten Verkehr, jedoch spätestens 72 Stunden danach.
- Weitere Informationen zu: pille-danach
- Pillenpflaster „EVRA“ : www.evra.at
- Hormonring „NUVRARING“ : www.verhuetung.at
- Implanta „IM PLANON“ : www.verhuetung.at
