Wechselbeschwerden – therapeutische Optionen
Wechselbeschwerden – Richtlinien für eine Hormongabe:
Es gibt eine Vielzahl von Untersuchungen, die besagen daß die natürlichen weiblichen Hormone das Risiko für Ateriosklerose, Herzinfarkt und Hypertonie senken. Dieser Schutz fällt nach dem 50.Lebensjahr durch das Erlöschen der eigenen Hormonproduktion jedoch weg. Es kommt zu einem deutlichen Ansteigen dieser Erkrankungen.

Jenseits der Menopause oder auch nach beidseitiger Ovarektomie kommt es im Blut zu einem Anstieg des Gesamtcholesterins und der Triglyceride bis zu 20%, weiters zum Anstieg der LDL-Serumspiegel um 15% sowie zu einem Abfall der HDL-Serumspiegel.
Diese Veränderungen charakterisieren das sogenannte Risikoprofil der Lipide für kardiovaskuläre Erkrankungen. Erhöhte LDL-Konzentrationen führen zu Cholesterinablagerungen in der Gefäßwand und steigern das Thromboserisiko. Durch eine Hormonsubstitution lässt sich das ursprüngliche Lipidprofil im Blut wiederherstellen und somit das Erkrankungsrisiko wieder senken.
Erste sichtbare Zeichen des Hautalterns sind ein Erschlaffen der Gesichtskonturen und das Auftreten feiner Fältchen. Die meisten Frauen beobachten nun auch eine zunehmende Trockenheit, die auch mit Juckreiz verbunden ist. In verschiedenen Studien konnte der positive Einfluss von lokal angewandtem Östrogen auf die Alterungsvorgänge der Haut bewiesen werden. Es kam zu keiner Erhöhung der hormonalen Blutspiegel bei Verwendung von Östriol, jedoch zu einer eindeutigen Vermehrung des jugendlichen Kollagen III und zur Verbesserung der Hautdurchblutung und Zunahme der Geschmeidigkeit und Feuchtigkeit bereits nach 3 Monaten Therapie.
Die rein lokale Wirkung des Östriols auf die Haut ist vor allem für Frauen wichtig, bei denen eine sytemische Wirkung nicht erwünscht ist. Aber durch Östradiol, welches in Form von Tabletten, Spritzen oder Cremen angewandt wird, konnte in neuesten Studien eine Verbesserung der Hautfalten als auch eine Zunahme der Dicke und Geschmeidigkeit der Haut bewiesen werden.
Richtlinien für eine Hormongabe:
Durch eine Hormontherapie kommt es nicht nur zur Verminderung der sogenannten Wechselbeschwerden. Das Hauptziel sollte vor allem der Schutz vor Osteoporose als auch vor Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sein.
Der Nutzen einer Hormontherapie:
Als Kontraindikationen für eine Hormontherapie gelten
- schwere Leberschäden,
- Thrombosen
- das östrogenrezeptorpositive Mammakarzinom
- bestimmte Korpus oder Ovarialkarzinom.
Die häufigsten Beschwerden unter einer Hormontherapie sind vor allem Brustspannen, Gewichtszunahme und Auftreten von Schwellungen. Diese lassen sich jedoch meistens durch eine Dosisänderung oder ein anderes Hormonpräparat beheben.
Als besonders unangenehm wird die Gewichtszunahme empfunden. Interessant ist jedoch, daß es ohne Hormontherapie zu einer weit stärkeren Gewichtszunahme kommt, während unter Einnahme von Östrogenen eine solche auch wieder zurückgehen kann.
Des weiteren sollten folgende Richlinien beachtet werden:

Die Möglichkeiten der Hormonzufuhr sind heutzutage vielfältig. Es kann entweder Östrogen als Monotherapie oder in Kombination mit einem Gelbkörperhormon gegeben werden. Dies kann in Tablettenform, Depotinjektion und lokal erfolgen.
Eine transdermale Gabe in Form von Hormonpflastern, Salben und Gelen wird von den Frauen auch sehr geschätzt, die eine Abneigung gegen das regelmäßige Schlucken von Tabletten haben.
Eine rein lokale Applikation vor allem im Genitalbereich in Form von Cremen und Scheidenzäpfchen lindert Beschwerden wie Trockenheit, Juckreiz als auch Symptome des Harnverlustes.
Eine regelmäßige gynäkologische Kontrolle mit vaginalsonographischer Endometriumsdiagnostik als auch die Brustuntersuchung in Kombination mit einer Mammographie sollte mindestens einmal im Jahr durchgeführt werden.
